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Notengebung & Bewertung · Materialien · · 4 Min. Lesezeit

Kurzvortrag im Musikunterricht: frei sprechen mit Musicmap, Stimme erklären mit Blob Opera

Einsatzkarte „Musicmap“ aus dem Werkzeugkoffer Musik mit Stempel „Besonders wertvoll“: Situation „Kurzvortrag vorbereiten“, Klasse 8 bis 10, drei Schritte vom Stichwortzettel bis zum freien Vortrag, Schreibauftrag und grüne Datenschutz-Ampel.

Wenn Jugendliche einen Kurzvortrag vorbereiten sollen, geht die Suche nach Material heute schnell: Sie fragen KI, bekommen einen glatten Text und lesen ihn vor. Ob die Angaben stimmen, weiß hinterher keiner so richtig, und frei gesprochen wird dabei nie. Im Musikunterricht habe ich bessere Erfahrungen gemacht, wenn die Schüler von Anfang an gutes Material in die Hand bekommen und über etwas reden dürfen, das sie selbst interessiert.

Mit der eigenen Lieblingsmusik reden Schüler frei

Über Bach oder Beethoven zu sprechen, fällt den meisten in Klasse 8 schwer. Über die Musik, die sie jeden Tag hören, reden sie dagegen von selbst. Wer seinen eigenen Stil vorstellt, bringt Künstler mit, die er mag, und spricht eine Empfehlung aus. Einen abgelesenen Text braucht dafür niemand.

Für die Vorbereitung nehme ich Musicmap. Die Seite ist ein Stammbaum der populären Musik seit 1870, von Blues und Country bis zu Trap und House. Zu jedem Genre gibt es einen Text, eine Playlist mit typischen Beispielen und Linien zu den Stilen, aus denen es entstanden ist. Die Schüler suchen sich ihre Musikrichtung heraus und haben das Material für den Vortrag beisammen, ohne erst lange zu suchen.

Was die Schüler auf Musicmap herausfinden

Spannend wird es bei den Verzweigungen. Die Schüler gehen von ihrem Stil aus zurück und sehen, woher er kommt: Hip-Hop führt über Funk und Soul zurück zum Rhythm and Blues. Manche merken dabei, dass sie den Vorgänger schon kennen, weil die Eltern ihn hören. Andere schauen nach vorn, in welche Richtungen sich ihr Stil gerade weiterentwickelt.

Für den Vortrag lasse ich einen Stichwortzettel anlegen: Woher kommt die Musikrichtung, aus welchen Genres ist sie entstanden, woran erkennt man sie beim Hören? Dazu kommt ein Hörbeispiel, das der Schüler selbst aussucht. Viele erzählen dann nebenbei, was sie beim Reinhören entdeckt haben, und reden dabei ganz von selbst frei.

Die Texte auf Musicmap sind englisch und lang, lassen sich heute aber im Browser mit einem Klick übersetzen. Für den Stichwortzettel reichen die ersten Absätze und die Hörbeispiele.

Kurzvortrag zur Stimme: erst der Stimmapparat, dann Blob Opera

Dasselbe funktioniert bei einem Sachthema. Soll jemand einen Kurzvortrag zur Stimme halten, zeigt Pink Trombone den Stimmapparat zum Anfassen: Kehlkopf, Zunge und Lippen lassen sich verschieben, und die Stimme ändert sich sofort. So lässt sich vorführen, was die Tonhöhe bestimmt und wie verschiedene Vokale entstehen.

Zum Schluss kommt Blob Opera an die Tafel. Vier Opernsänger als Knetfiguren singen Sopran, Alt, Tenor und Bass. Wer einen Blob nach oben oder unten zieht, ändert Tonhöhe und Vokal, und die anderen drei singen passend dazu. Wenn die Klasse vorher gehört hat, wie die Stimme funktioniert, versteht sie auch, warum die Blobs bei „a“ anders klingen als bei „u“. Richtig gut wird es, wenn die Klasse den vierstimmigen Satz der Blobs auf Silben nachsingt. Wenn am Ende die ganze Klasse singt, ist das ein krönender Abschluss für den Vortrag.

Fachgespräch: Die Klasse stellt die Fragen

Ein Kurzvortrag zeigt erst im Gespräch danach, ob jemand seinen Inhalt verstanden hat. Wie das als Prüfungsformat aussehen kann, habe ich in Debattieren auf dem Prüfstand: Was, wenn die Prüfung ein Fachgespräch ist? beschrieben.

Im Musikunterricht drehe ich es gern um: Die Fragen stellen die Mitschüler. Sie fragen, was sie am Thema wirklich interessiert, zum Beispiel warum ein Stil gerade in einer bestimmten Stadt entstanden ist oder ob man mit der Bruststimme genauso hoch singen kann wie mit der Kopfstimme. Der Vortragende versucht zu antworten, und wo er nicht weiterkommt, suchen wir die Antwort gemeinsam.

Die Kriterien für Vortrag und Gespräch baust du im Bewertungsraster-Generator zusammen, zum Beispiel freies Sprechen, Fachbegriffe, Hörbeispiel und Antworten im Gespräch. Gib das Raster vorher an die Klasse aus. Für die Rückmeldung nach dem Vortrag eignet sich der Rückmeldungs-Generator, der zu jeder Rückmeldung einen nächsten Schritt formuliert.

Musicmap, Blob Opera und 47 weitere Werkzeuge als Einsatzkarten

Musicmap, Pink Trombone und Blob Opera stehen mit vielen anderen Seiten in meinem Werkzeugkoffer Musik. Jede Karte nennt die Unterrichtssituation, den Ablauf in drei Schritten, einen Schreibauftrag für die Schüler und eine Datenschutz-Ampel. Grün heißt dort: keine Anmeldung und keine persönlichen Eingaben. Das Titelbild oben zeigt die Karte zu Musicmap. Eine kostenlose Probe mit fünf Karten gibt es auf bimbadi.com.

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