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Notengebung & Bewertung · Tools · · 4 Min. Lesezeit

Kompetenzorientiert bewerten: Wie aus Kopien meines Fachberaters ein Tool wurde

Handgezeichnete Skizze einer Excel-Tabelle „Exceldatei: 4K Kompetenzmodell“ mit den Spalten Kategorie, Kompetenz und Beschreibung und den Zeilen Kreativität, kritisches Denken, Kollaboration und Kommunikation.

Die Frage war einfach, die Antwort auch, nur war es nicht die, die ich erwartet hatte.

Ich hatte meinen Fachberater gefragt, wie man noch faire Noten geben kann, wenn KI mitschreibt. Was ist mit den 4K? Wie bewertet man Kompetenzen, die KI nicht ersetzen kann, statt nur des Endprodukts, das sie längst liefert?

Er musste nicht lange überlegen. Er kramte in seinen Unterlagen und schickte mir ein paar Kopien auf Papier, ohne Link, ohne PDF und ohne App: Texte zur kompetenzorientierten Bewertung, die er selbst irgendwann bekommen hatte, mit handschriftlichen Notizen am Rand. Ich habe sie gelesen und dann angefangen, etwas daraus zu bauen.

Was auf dem Papier stand

Das Modell war nicht neu. Die vier Kompetenzbereiche kennt jeder, der schon einmal eine Fortbildung zu gutem Unterricht besucht hat:

Bekannt ist das alles. Konsequent umgesetzt wird es in der täglichen Bewertung selten. Am Modell lag das nicht, sondern an der Handhabung. Wer vier Kompetenzbereiche mit je fünf Kriterien im Kopf behalten und gleichzeitig unterrichten soll, gibt irgendwann auf oder bewertet doch wieder nur das Endprodukt. Ich brauchte kein neues Konzept, ich brauchte ein Werkzeug, das mir die Arbeit abnimmt.

Von Papier zu Excel

Der erste Schritt war eine Tabelle, ganz ohne Magie und ohne Programmierung, einfach in Excel. Die vier Kompetenzbereiche stehen in den Zeilen, je fünf Kriterien in den Spalten. Für jedes Kriterium lege ich fest, wie viele Punkte möglich sind, je nachdem, was im Projekt wichtig ist. Daneben trage ich die erreichten Punkte ein, und unten rechts steht die fertige Note, berechnet mit einem hinterlegten Notenschlüssel. Nachrechnen und Nachschlagen entfallen: Punkte eintragen, und die Note erscheint.

Ein zweites Tabellenblatt ist für Gruppenarbeiten gedacht, mit Selbst- und Fremdeinschätzung. Jedes Teammitglied schätzt die Mitarbeit der anderen und die eigene ein, nach vier Kriterien mit null bis fünf Punkten, wieder automatisch berechnet. Daraus entsteht eine zweite Note, die ergänzt, was ich von außen beobachtet habe.

Die Datei bleibt dabei die ganze Zeit in Gebrauch. Man speichert sie unter dem Gruppennamen, öffnet sie, wenn man etwas beobachtet hat, trägt Punkte nach und schreibt Notizen dazu. Am Ende hat man für jede Gruppe eine vollständige Übersicht, die über das ganze Projekt gewachsen ist und nicht in fünf Minuten vor der Noteneingabe entstand. Alles bleibt lokal, ohne Cloud, ohne Login und ohne Datenschutzproblem.

Vom Tabellenblatt zum Browser-Tool

Die Excel-Datei hat funktioniert, aber sie hat Grenzen. Wer mit dem Tablet durch die Klasse geht und schnell etwas eintragen will, öffnet keine Excel-Datei. Wer den Schülern die Selbsteinschätzung zugänglich machen will, schickt keine Tabelle herum. Und wer das Ganze vorzeigbar haben möchte, für sich selbst, für Kollegen oder für Elterngespräche, wünscht sich etwas anderes.

Also habe ich weitergebaut, diesmal mit KI als Entwicklungspartner. Aus der Excel-Logik wurde ein interaktives Browser-Tool mit denselben Kompetenzbereichen und derselben Berechnung, aber mit einer Oberfläche, die man gern benutzt. Es gibt keinen Server und keine Datenübertragung, alles läuft im Browser.

Der erste Prototyp entstand in einer einzigen Arbeitssitzung. Die kostenlose Fassung ist die Teambewertung auf notengebung.de, ohne Login und ohne Installation. Eine erweiterte Fassung mit anpassbaren Kriterien und einer interaktiven Bewertungsseite gehört zu einem Unterrichtspaket auf eduki.

Was das mit der Note zu tun hat

Zurück zur Ausgangsfrage: Wie gibt man faire Noten, wenn KI mitschreibt? Indem man bewertet, was KI nicht liefern kann. Also nicht den Text, das Plakat oder die fertige Präsentation, sondern wie jemand plant, wie er mit anderen arbeitet, wie er auf Rückschläge reagiert und wie er Verantwortung übernimmt.

Das klingt aufwendig, ist es mit dem passenden Werkzeug aber nicht. Einen neuen Lehrplan, eine Schulreform oder eine zusätzliche Fortbildung braucht man dafür nicht. Es reichen eine klare Struktur und ein Instrument, das die Beobachtungen festhält. Dafür ist dieses Tool entstanden, und deshalb ist die Grundfassung kostenlos.

Wie das Ganze in einem echten Projekt aussieht, beschreibe ich im Artikel Endlich Zeit zum Beobachten.

Zum Schluss

Manchmal kommen die besten Werkzeuge nicht aus Apps oder Plattformen, sondern aus einem Gespräch mit jemandem, der seit Jahren an Schulen arbeitet und zufällig noch die richtigen Kopien auf dem Schreibtisch hat. Danke, Fachberater.

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