Rückmeldungs-Generator: Zeugnisbemerkungen und Lernberichte mit Feedforward
Was der Rückmeldungs-Generator kann
Der Generator erstellt Rückmeldungstexte in drei Bereichen:
- Fachliches: inhaltliche Leistung, Verständnis, Arbeitsergebnisse
- Lernverhalten: Mitarbeit, Selbstständigkeit, Ausdauer
- Sozialverhalten: Zusammenarbeit, Kommunikation, Umgang mit anderen
Für jeden Bereich gibt es fünf Niveaustufen mit je drei Formulierungen zur Auswahl. Der Feedforward-Teil ist kein Zusatz, sondern Pflicht: Jede Rückmeldung enthält einen Hinweis darauf, was der Schüler als Nächstes angehen kann. Die fertigen Texte lassen sich sammeln, bearbeiten und ausdrucken. Alle Eingaben bleiben im Browser gespeichert.
Wofür ich ihn gebaut habe
Schriftliche Rückmeldungen für Zeugnisse, Lernberichte oder Elterngespräche kosten Zeit und landen schnell in denselben Formulierungen. Das Tool gibt Anregungen, die sich an Kompetenzen orientieren und immer nach vorn schauen. Das Pflichtfeld Feedforward ist dabei der Kern. Eine Rückmeldung ohne nächsten Schritt informiert, hilft aber nicht weiter.
Wann er passt und wann nicht
| Situation | Geeignet? |
|---|---|
| Schriftliche Zeugnisbemerkungen | ✓ |
| Lernberichte und Lernentwicklungsberichte | ✓ |
| Eltern- und Schülergespräche vorbereiten | ✓ |
| Förderpläne formulieren | ✓ (als Ausgangspunkt, mit eigener Anpassung) |
| Spontane Rückmeldung im Unterricht | ✗ (zu aufwendig) |
| Bewertung einzelner Aufgaben oder Arbeiten | ✗ (dafür gibt es den Bewertungsraster-Generator) |
Stärken und Grenzen
| Stärken | Grenzen |
|---|---|
| Spart Zeit beim Formulieren | Jeder Text muss auf den Schüler angepasst werden, Kopieren ohne Nachdenken geht nicht |
| Der Feedforward-Teil ist verbindlich | Die Einschätzung der Kompetenzen bleibt beim Lehrer |
| Drei Bereiche decken das Wichtigste ab | Besonderer Förderbedarf lässt sich nicht vollständig abbilden |
| Mehrere Formulierungen pro Stufe vermeiden Wiederholungen | Fünf Stufen sind grob, Zwischentöne fehlen |
| Datenschutz: nichts verlässt den Browser | Nur auf Deutsch |
| Sammelfunktion für ganze Klassen |
Was die Forschung zu Feedback sagt
Feedback wirkt stark, aber nicht jedes
John Hattie hat für „Visible Learning“ über 800 Metaanalysen ausgewertet. Feedback erreicht dort eine Effektstärke von d = 0,73 und gehört damit zu den stärksten Einflüssen auf den Lernerfolg. Der Durchschnitt aller Maßnahmen liegt bei d = 0,40. Allerdings wirkt nicht jedes Feedback gleich. Lob oder Tadel für die Person bringen für das Lernen kaum etwas. Wirksam ist Feedback, das sich auf die Aufgabe, den Lernweg und die Selbststeuerung bezieht. (Hattie & Timperley 2007; Hattie 2009)
Feed-up, Feedback, Feedforward
Hattie und Timperley unterscheiden drei Fragen: Wo soll ich hin (Feed-up)? Wo stehe ich (Feedback)? Was ist mein nächster Schritt (Feedforward)? Im Alltag dominiert die mittlere Frage, der Blick zurück. Ausgerechnet der Feedforward-Teil, der das Lernen voranbringt, fällt am häufigsten weg. Im Tool ist er deshalb Pflicht. (Hattie & Timperley 2007)
Auch ein Zeugnis kann nach vorn schauen
Rückmeldungen am Ende einer Einheit, etwa im Zeugnis, fördern das Lernen nach Hattie kaum, weil man mit ihnen nichts mehr anfangen kann. Schreiben muss man sie trotzdem. Das Tool gibt deshalb auch solchen Texten einen Blick nach vorn mit, und aus dem Rückblick wird ein Anstoß für die nächste Lernphase. (Hattie 2009; LMZ Baden-Württemberg)
Feedback muss ankommen
Viele Lehrer sind überzeugt, dass sie genug Rückmeldung geben. Entscheidend ist aber, wie viel davon bei den Schülern ankommt, und das ist nach Hattie oft wenig. Genaue Formulierungen mit einem klaren nächsten Schritt erhöhen die Chance, dass eine Rückmeldung gelesen, verstanden und genutzt wird.
Warum der Unterschied zwischen Feedback und Feedforward mehr ist als ein neues Wort, steht im eigenen Artikel dazu.