
Wie benotet man Kunst?
18. März 2026Finn hat gemogelt. Nicht klassisch abgeschrieben – seine Stockholm-Präsentation sah aus wie aus einer Werbeagentur. Perfekte Folien, null Ahnung, was draufstand. Eine Nachfrage später: Stottern, Schweigen, Karteikarten.
So oder so ähnlich läuft das gerade in vielen Klassenräumen. Manche Kollegen werden davon kalt erwischt. Ich hatte Glück – ich hatte mich vorher damit beschäftigt.
„Der 4. Lehrer“ ist mein Buch. Ich sag das lieber direkt, bevor jemand denkt, das wäre eine neutrale Empfehlung. Es ist keine. Aber es ist der Versuch, aufzuschreiben, was ich in den letzten Jahren im Unterricht ausprobiert, weggeworfen und behalten habe – mit KI, ohne KI, und mit allem dazwischen.
Warum noch ein KI-Buch?
Die meisten Bücher zum Thema erklären, was KI ist. Mich interessiert, was sie im Klassenzimmer tut – und was sie nicht tut.
Das Konzept: KI als vierter Lehrer. Neben dem Kind, dem Pädagogen, dem Lernraum. Die Reggio-Pädagogik kennt den Raum als dritten Lehrer. Ich finde, dieser Gedanke ist inzwischen unvollständig. Da ist noch jemand im Klassenzimmer. Einer, der nie müde wird, unendlich Geduld hat und auf jede Frage eine Antwort liefert – manchmal brillant, manchmal kompletter Unsinn.
Der Unterschied zum echten Lehrer: KI sieht nicht, dass Tom heute einen schlechten Tag hat. KI merkt nicht, wenn jemand kurz vor dem Aufgeben steht. Das kann ich. Das bleibt meine Aufgabe.
Was im Buch steht
Szenen aus dem Unterricht – manche genau so passiert, manche so oder so ähnlich. Welche Tools ich nutze und welche ich nach zwei Wochen wieder gelöscht habe. Wie man KI so einrichtet, dass sie Schülern hilft zu denken, statt für sie zu denken. Prompt-Vorlagen, die man direkt ausprobieren kann.
Das stärkste Kapitel – zumindest nach meiner eigenen Einschätzung – ist der sokratische Bot. KI, die keine Antworten gibt, sondern Gegenfragen stellt. Dahinter steckt die gleiche Logik, die auch hier auf notengebung.de weitergedacht wird: Nicht das Ergebnis bewerten, sondern schauen, ob Lernen stattgefunden hat.
Das Fachgespräch danach ist das eigentliche Diagnosewerkzeug. Eine Minute pro Schüler. Wer wirklich gearbeitet hat, kann erklären. Wer die KI hat schreiben lassen, kann es nicht.
Was das Buch nicht löst
Die Bewertungsfrage. Die wird gestellt, aber nicht beantwortet. Wie benotet man, wenn KI mitschreibt? Wie verändert sich Prüfungskultur? Dafür reicht ein Buch nicht – dafür ist notengebung.de da.
Für wen es sich lohnt
Für Kollegen, die das Thema bisher umkurven. Für die, die schon drin sind, aber unsicher ob sie’s richtig machen. Für alle, die auf Elternabenden oder im Lehrerzimmer damit konfrontiert werden und nicht wissen, was sie sagen sollen.
Das Buch ist kurz. Man liest es an einem Nachmittag. Es ist bereits die zweite Auflage – aktualisiert auf 2026, hier und da gekürzt, der Lesefluss vereinfacht. KI hat dabei geholfen. Ich habe versucht, es so zu schreiben wie ich unterrichte: ohne Umwege, ohne Theoriegebäude, mit dem, was tatsächlich passiert ist.
Wer nach der Lektüre wissen will, wie Bewertung im KI-Zeitalter aussehen kann – hier geht’s weiter.
Das Buch ISBN: 978-3-565396-27-6 ist ab sofort erhältlich. → Hier bestellen oder hier: Amazon





