Berichtszeugnisse an der Förderschule mit KI schreiben: Assistent und System-Prompt zum Kopieren
Es ist Ende des Schuljahres, auf dem Schreibtisch liegt der Zeugnisstapel: zwanzig Schüler, jeder bekommt ein eigenes Berichtszeugnis. Man füllt kein Notenraster aus, man schreibt Text, Fach für Fach, individuell, positiv formuliert, ressourcenorientiert und im Präsens. Für ein Zeugnis braucht man vielleicht eine Stunde, manchmal mehr.
So sieht es an Förderschulen in ganz Deutschland aus. Etwa 330.000 Schüler besuchen hierzulande eine Förderschule, und fast alle bekommen am Jahresende statt eines Notenzeugnisses einen Bericht. Im Förderschwerpunkt Lernen ist das so, in der geistigen Entwicklung auch, in der emotionalen und sozialen Entwicklung (ESE) meistens. Jeder dieser Berichte muss konkret und individuell zeigen, was der Schüler kann, und bei seinen Stärken ansetzen.
Laut einer GEW-Studie ist das Zeugnisschreiben die größte einzelne Belastung im Lehrerberuf, jeder zweite Lehrer empfindet es als sehr belastend. An der Förderschule kommt noch mehr zusammen, denn Textbausteine passen dort kaum. Kein Bausteinsystem kennt diesen Schüler, seine Themen und seinen Weg im letzten Halbjahr.
Hier setzt der Berichtszeugnis-Assistent an. Er schreibt das Zeugnis nicht einfach, er stellt vorher die Fragen, die man für ein vollständiges Zeugnis beantworten muss, in einer sinnvollen Reihenfolge.
Was der Assistent abfragt
Zum Start zeigt der Assistent ein Inhaltsverzeichnis. So weiß man, was gleich gebraucht wird, und kann die passenden Unterlagen heraussuchen:
- Basisdaten: Kürzel, Klasse, Förderschwerpunkt, Bundesland, Berichtszeitraum, Anrede
- Fächer und Lernbereiche: Welche kommen im Zeugnis vor?
- Pro Fach: Themen, Kompetenzen, Stärken, Lernfortschritt
- Arbeitsverhalten: Konzentration, Ausdauer, Selbstständigkeit
- Sozialverhalten: Umgang mit Mitschülern und Lehrern
- Besondere Hinweise: Entwicklungen, Stärken außerhalb der Fächer, Bemerkungen
Dann beginnt das Interview, eine Frage nach der anderen. Der Assistent geht jedes Fach einzeln durch, erst danach kommen Arbeits- und Sozialverhalten. Bleibt eine Antwort zu vage, fragt er nach. Am Ende fasst er zusammen, prüft, ob etwas fehlt, und schreibt erst dann den vollständigen Entwurf.
Das Bundesland fragt er gleich am Anfang ab. Bayern, NRW und die anderen Länder haben zum Teil eigene Vorgaben, etwa zur Zeitform, zur Anrede oder dazu, ob der Förderschwerpunkt im Kopf des Zeugnisses steht. Der Assistent passt den Entwurf daran an.
Datenschutz und Verantwortung
Datenschutz: Keine echten Namen eingeben, darauf weist der Assistent beim Start selbst hin. Ein Kürzel allein macht die Angaben aber nicht anonym: Klasse, Förderschwerpunkt und eine Beschreibung des Verhaltens zusammen können gerade an einer kleinen Schule auf ein bestimmtes Kind schließen lassen. Perplexity ist ein Dienst aus den USA. Nach eigenen Angaben nutzt Perplexity Gespräche ohne Account nicht zum Training, die Eingaben laufen aber trotzdem über seine Server. Am sichersten ist ein lokales Sprachmodell auf dem eigenen Rechner, zusammen mit dem System-Prompt weiter unten.
Der Entwurf ist ein Anfang. Die fachliche Prüfung, Anpassungen an die eigene Schule und die pädagogische Verantwortung bleiben beim Lehrer. Der Assistent liefert den Rohbau, den Feinschliff machst du danach.
Warum das Berichtszeugnis zu prozessorientierter Bewertung passt
Auf notengebung.de geht es um prozessorientierte Bewertung, und das Berichtszeugnis ist ihre konsequenteste Form. Es friert keine Momentaufnahme in einer Zahl ein. Es beschreibt in Worten, was ein Schüler im Halbjahr gelernt, wie er sich entwickelt und was er geleistet hat.
Das Zeugnis steht außerdem am Ende einer langen Reihe von Beobachtungen. Wer laufend dokumentiert, die Stärken im Blick behält und Lernfortschritte notiert, sitzt am Zeugnistag nicht vor einem leeren Blatt, er hat Material. Der Assistent hilft, dieses Material in Form zu bringen. Das entspricht dem Ansatz des Rückmeldungs-Generators und dem Gedanken hinter dem Förderplan-Assistenten: erst ordnen, dann formulieren.
Die anderen Tools auf dieser Seite laufen komplett im Browser, ohne Server und ohne dass Daten irgendwo landen. Dieser Assistent funktioniert anders, weil er ein Sprachmodell braucht. Inzwischen gibt es einen Weg, der ganz ohne fremden Server auskommt. Offene Sprachmodelle wie Qwen oder die offenen GPT-Modelle von OpenAI (gpt-oss) laufen auf einem aktuellen Rechner ohne Internetverbindung, zum Beispiel mit den kostenlosen Programmen LM Studio oder Ollama. Wer dort den System-Prompt von unten einfügt, hat den Assistenten komplett lokal, und keine Angaben über Schüler verlassen den Rechner.
Der System-Prompt zum Kopieren
Der Assistent läuft auf Perplexity Spaces. Der Prompt funktioniert aber auf jeder Plattform, die System-Prompts unterstützt, etwa ChatGPT, Claude, fobizz-Assistenten oder SchulKI. Du kopierst ihn, fügst ihn als System-Prompt ein und kannst loslegen.
Rolle:
Du bist ein spezialisierter KI-Assistent für Sonderpädagogik.
Deine Aufgabe ist es, mit mir (dem Lehrer) ein strukturiertes
Interview zu führen und daraus einen vollständigen Berichtszeugnis-
Entwurf zu erstellen.
Dein erstes Start-Signal:
Begrüße mich kurz, weise einmalig freundlich darauf hin, dass keine
echten Namen eingegeben werden sollen (Kürzel reichen), und zeige
sofort dieses Inhaltsverzeichnis:
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Was wir gemeinsam erfassen:
① Basisdaten
Kürzel · Klasse · Förderschwerpunkt · Bundesland ·
Berichtsperiode · Anrede im Zeugnis (er / du)
② Fächer & Lernbereiche
Welche Fächer bzw. Lernbereiche kommen vor?
③ Pro Fach (wird für jedes Fach einzeln durchgegangen)
– Bearbeitete Themen im Berichtszeitraum
– Erreichte Kompetenzen & Stärken
– Lernfortschritt gegenüber dem letzten Zeugnis
④ Arbeitsverhalten
Konzentration · Ausdauer · Selbstständigkeit ·
Umgang mit Aufgaben und Materialien
⑤ Sozialverhalten
Umgang mit Mitschülern · Verhalten gegenüber
Lehrern · Teamfähigkeit · Konfliktverhalten
⑥ Besondere Hinweise & Bemerkungen
Besondere Entwicklungen, individuelle Stärken
außerhalb der Fächer, sonstige Bemerkungen
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Dann stelle die erste Frage aus Phase ①.
Erkläre kurz, dass du den Zeugnisentwurf erst nach Phase ⑥
generierst.
Arbeitsmodus:
- Stelle immer nur eine Frage zur Zeit.
- Folge der Reihenfolge des Inhaltsverzeichnisses.
- Gehe Phase ③ für jedes genannte Fach einzeln durch,
bevor du zu Phase ④ weitergehst.
- Wenn eine Antwort zu vage ist, frage höflich nach einem
konkreten Beispiel oder einer Häufigkeit.
- Wenn eine Antwort eine versteckte Stärke enthält,
hebe sie heraus und bestätige sie als Ressource.
- Generisches Maskulinum. Keine Gendersprache.
Regeln für den Zeugnisentwurf:
SPRACHE:
- Positive, ressourcenorientierte Formulierungen
- Entwicklungsfelder statt Defizite
- Präsens (außer das Bundesland gibt explizit Präteritum vor)
- Anrede gemäß Phase ①: 3. Person (Er zeigt...) oder
2. Person (Du zeigst...) – konsequent im ganzen Text
- Kein Versetzungsvermerk
- Keine Noten, keine Ziffern zur Leistungsbewertung
STRUKTUR:
1. Einleitungssatz mit Kürzel, Klasse, Förderschwerpunkt,
Berichtsperiode
2. Pro Fach / Lernbereich:
Themen nennen · Kompetenzen beschreiben ·
Lernfortschritt sichtbar machen
3. Abschnitt Arbeitsverhalten
4. Abschnitt Sozialverhalten
5. Abschluss mit positivem Ausblick oder Würdigung
besonderer Stärken
BUNDESLAND-ANPASSUNG:
- Bayern: Zeitform kann Präteritum sein – nachfragen
- NRW: Förderschwerpunkt ESE nicht im Kopfteil –
darauf hinweisen
- Alle anderen: Präsens, Jahres- oder Halbjahreszeugnis
je nach Angabe
Qualitätssicherung:
Vor der Generierung kurz zusammenfassen was erfasst wurde
und fragen: „Fehlt noch etwas oder soll ich den Entwurf
jetzt erstellen?"
Der Entwurf ist ein Startpunkt. Die pädagogische
Entscheidung und finale Prüfung bleiben beim Lehrer.
Du kannst den Prompt anpassen: In Phase ③ lassen sich weitere Beobachtungsbereiche ergänzen, in Phase ⑥ Pflichtfelder deiner Schule. Der Grundaufbau bleibt gleich, der Assistent führt das Interview in jedem Fall vollständig durch, bevor er den Entwurf schreibt.