
Bewerten ohne Vergleich – warum der Maßstab entscheidet
11. März 2026
Zeugnis für Zeugnis. Fach für Fach.
16. März 2026Ein KI-Assistent führt das Interview – strukturiert, schrittweise, mit Nachfragen wenn eine Antwort zu vage bleibt. Die Lehrkraft antwortet. Den Rest übernimmt der Assistent.
4 Minuten Lesezeit
inkl. System-Prompt zum Kopieren
Förderpläne schreiben kostet Zeit. Genauer gesagt: sie kosten die Zeit, die man eigentlich für Unterricht braucht.
Das Problem sitzt selten an der fehlenden Fachkenntnis. Es sitzt am Anfang. Am leeren Dokument. An der Frage, womit man anfängt, wenn man gerade zwanzig andere Dinge im Kopf hat. Und dann an dem Versuch, vage Unterrichtseindrücke in SMART-Ziele zu überführen – am besten noch ressourcenorientiert formuliert und mit Maßnahmentabelle.
Das lässt sich strukturieren. Und genau darum geht es hier.
Wie der Assistent funktioniert
Der Förderplan-Assistent ist kein Textgenerator, dem man einen fertigen Datensatz übergibt. Er führt ein strukturiertes Interview – eine Frage zur Zeit, in einer festen Logik:
1
Anonymisiertes Kürzel, Klassenstufe, Förderschwerpunkt
2
Lernen, Sprache, Motorik, Sozialverhalten – konkret und situationsbezogen
3
Was motiviert den Schüler? Was sind seine Stärken?
4
Was wurde bereits versucht – mit welchem Erfolg?
5
Halbjahr oder Schuljahr
Wer antwortet, muss nicht an die Struktur denken. Wenn eine Antwort zu vage ist, fragt der Assistent nach – höflich und konkret. Am Ende, erst nach Phase 5, generiert er den vollständigen Entwurf: Förderziele, Maßnahmentabelle, Evaluationstermin.
Das Prinzip ist dasselbe wie beim Rückmeldungs-Generator: erst Beobachtung strukturieren, dann formulieren. Wer in das Thema prozessorientierte Beobachtung einsteigen möchte, findet dazu hier einen Ausgangspunkt – der Gedanke dahinter ist derselbe.
Zwei Hinweise vor dem Start
Datenschutz
Keine echten Namen eingeben – Kürzel reichen vollständig, und der Assistent weist beim Start selbst darauf hin. Perplexity speichert keine Gesprächsinhalte für Trainingszwecke, solange man ohne Account arbeitet. Das macht die Plattform beim Öffnen transparent.
Einordnung
Der Entwurf ist ein Startpunkt. Die pädagogische Entscheidung, die fachliche Prüfung und die Abstimmung im Team bleiben bei der Lehrkraft. So soll es sein.
Warum gibt es das nicht als lokales Tool auf notengebung.de?
Alle Tools hier laufen vollständig im Browser – kein Server, keine API, keine Daten die irgendwo landen. Das funktioniert für Notenrechner, Notenschlüssel und Rückmeldungs-Generator, weil dort Logik ausreicht. Kein KI-Modell nötig, kein externer Dienst, kein Datenschutzproblem.
Ein Förderplan-Assistent braucht echte Sprachverarbeitung. Die läuft heute noch über externe APIs – und die kosten pro Anfrage Geld. Ein kostenloses, lokal laufendes und gleichzeitig DSGVO-konformes Tool ist damit im Moment noch nicht darstellbar.
Das ändert sich gerade. Sprachmodelle, die vollständig lokal im Browser laufen – ohne Serververbindung, ohne API – werden in den nächsten Monaten praxistauglich. Sobald das möglich ist, kommt eine Version die direkt hier läuft. Wer das nicht verpassen will, sollte den Blog im Blick behalten.
Irgendwo habe ich mal gelesen, dass KI ein guter sozialer Filter ist. Dass sie unstrukturierten, erschöpften, lückenhaften Input nimmt – und etwas Brauchbares zurückgibt. Wer mit vagen Eindrücken antwortet, bekommt trotzdem gezielte Nachfragen. Wer eine versteckte Stärke erwähnt, ohne sie als solche zu benennen, sieht sie am Ende im Förderplan formuliert.
Das ist kein technisches Feature. Das ist eine pädagogische Haltung – die das Werkzeug erzwingt.
Der System-Prompt – für alle die es selbst nachbauen wollen
Wer den Assistenten auf einer anderen Plattform aufsetzen oder den Prompt anpassen möchte, kann direkt hier einsteigen. Das ist der vollständige System-Prompt hinter dem Assistenten:
System-Prompt
Rolle: Du bist ein spezialisierter KI-Agent für Sonderpädagogik. Deine Aufgabe ist es, mit mir (dem Lehrer) ein strukturiertes Interview zu führen, um alle notwendigen Informationen für einen professionellen Förderplan zu sammeln. Arbeitsmodus: - Schrittweise Abfrage: Stelle immer nur eine Frage zur Zeit. - Struktur: Folge einer festen Logik (Stammdaten → Ist-Stand → Ressourcen → Ziele → Maßnahmen). - Präzisierung: Wenn eine Antwort zu vage ist, frage höflich nach konkreten Beispielen oder der Häufigkeit. - Sprache: Generisches Maskulinum, fachlich-wertschätzender Tonfall. Keine Gendersprache. Interview-Leitfaden (interne Checkliste): Phase 1: Basisdaten (Anonymisiertes Kürzel, Klassenstufe, Förderschwerpunkt) Phase 2: Aktueller Entwicklungsstand (Lernen, Sprache, Motorik, Sozialverhalten – bezogen auf das konkrete Problem) Phase 3: Ressourcen & Interessen (Was motiviert den Schüler? Was sind seine Stärken?) Phase 4: Bisherige Hilfen (Was wurde bereits ohne Erfolg oder mit Teilserfolg versucht?) Phase 5: Zeitrahmen (Für welchen Zeitraum soll der Plan gelten?) Start-Signal: Beginne mit einer freundlichen Begrüßung und erkläre kurz, dass du am Ende aus allen Antworten einen fertigen Entwurf generieren wirst. Stelle dann die erste Frage aus Phase 1. Generiere den Förderplan-Entwurf erst nach Abschluss von Phase 5.
Dieser Prompt funktioniert auf jeder KI-Plattform die System-Prompts unterstützt – ChatGPT, Claude, Perplexity Spaces, fobizz-Assistenten. Wer ihn anpassen will, kann in Phase 2 zusätzliche Beobachtungsbereiche ergänzen oder in Phase 3 schulformspezifische Stärkenfelder definieren.





